Ein Symbol für die Stadt

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  • Der Eiffelturm gehört zu Paris und der Big Ben zu London. Maastricht hat die St. Servatius-Brücke und Köln den Dom. Ein Wahrzeichen oder eine auffällige Landmarke charakterisiert eine Stadt oder eine Region. Die Parkstad hat noch kein Wahrzeichen. Um die Region zu profilieren, wurde ein Erkennungszeichen entwickelt. Es sollte ein kräftiges und erkennbares Symbol sein. Ein logischer Ort für dieses Erkennungszeichen ist natürlich oben auf der Kuppe des Wilhelminabergs, dem höchsten Punkt der Parkstad. Diese Bergehalde ist eine der letzten sichtbaren Andenken an die Bergbauvergangenheit der Parkstad. Eine Region, die grün war und sich schwarz verfärbte, um danach wieder grün zu werden. Eine Region, die ein explosives Wachstum aufwies und nach den Zechenschließungen allmählich schrumpfte.

    Architekturwettbewerb
    Der Standort stand fest, es fehlte nur noch das Erkennungszeichen. Drei bekannte Architekturbüros bekamen den Auftrag, ein Wahrzeichen zu entwerfen. Die Jury aus der Parkstad wählte das Oloid aus. Es sollte ein 38 Meter hohes, auffälliges Bauwerk oben am höchsten Punkt der Niederlande werden. Von diesem Ort aus sollten die Besucherinnen und Besucher einen einzigartigen Ausblick über die Euregio haben.

    Ein Olo-was? Es ist tatsächlich kein einfacher Name. Ein Oloid ist ein geometrischer Körper aus zwei sich schneidenden Kreisen, die gemeinsam eine 8-Form bilden. Die Form wurde vom Schweizer Erfinder, Mathematiker und Künstler Paul Schatz entdeckt. Das Oloid eignet sich sehr gut zum Umwälzen von Flüssigkeiten und als Schiffsantrieb mit wenig Energieverbrauch, dreidimensionale Windräder erzeugen dank Oloidbewegung geräuschlos Energie. Das Oloid wird also auf der ganzen Welt verwendet.

    Symbol
    Das Oloid sollte das Symbol für die Auferstehung der ehemaligen Bergbauregion werden. Ein Zeichen für Mut, Selbstbewusstsein und Vertrauen in die Zukunft. Ein Beispiel für innovatives Design, kombiniert mit hochwertigen handwerklichen Fähigkeiten. Ein Symbol für die Verwandlung von der alten Bergbauindustrie in eine nachhaltige, starke, neue Tourismuswirtschaft. Eine Stärkung des Images der Region. Der Berg lockt schon heute Besucherinnen und Besucher aus der Region sowie Touristinnen und Touristen an. Man trifft sich dort, um Sport zu treiben, zu entspannen oder die Aussicht und die Natur zu genießen. Ein Restaurant mit Terrasse sollte für noch mehr Anziehungskraft sorgen. Das Oloid als Kunstwerk sollte das Symbol für eine Region sein, die sich immer wieder neu erfindet, und der Ankerpunkt für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Region Parkstad werden. Die Form ist auch ein Symbol für den Übergang von der Linearwirtschaft (in der Rohstoffe gewonnen und zu Produkten verarbeitet werden, die nach der Verwendung weggeworfen werden) zur Kreislaufwirtschaft (geschlossener Kreislauf, in dem Rohstoffe immer wieder neu verwendet werden können).

    Ein neues Licht
    Leider erwies sich die Umsetzung dieses Projekts auf dem Berg in Landgraaf als zu teuer und man entschied, ein anderes Wahrzeichen zu entwerfen. Unbestritten war nämlich, dass diese sich verändernde Region einen symbolischen Ort verdient und die Neugestaltung der Bergkuppe dabei eine Rolle spielen sollte. Eine temporäre Lichtinstallation oben auf dem ehemaligen Steinkohleberg wird nun die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und soll als Landmarke für die Parkstad dienen. Das Projekt trägt den Namen „De berg van licht“ („Der Berg des Lichts“). Die Lichtprojektion soll auch aus der Ferne gut zu sehen sein. Im Rahmen des Projekts wird auch mit Anwohnerinnen und Anwohnern über die Bedeutung des Wilhelminabergs für die Region diskutiert und besprochen, wie die Landmarke darauf abgestimmt werden kann.